Bridge To Imla – Open Streams
 

Bridge To Imla – Open Streams
Eigenvertrieb / Bandcamp (2026)
(5 Stücke, 77:00  Minuten Spielzeit)

Bridge To Imla ist das Projekt von Michael Brückner (Synthesizer, Keyboards) und Hans-Dieter „HaDi“ Schmidt (Synthesizer, Keyboards, Flöte). Dieses Duo wird gelegentlich von Volker Lankow (Percussion, Soundscapes) unterstützt. In dieser Trio-Formation traten sie im Januar 2025 bei dem kleinen Festival „Kosmische Synth Nacht“ in Offenbach auf. Davon erschien am 03.07.2026 ein Mitschnitt unter dem Namen „Open Streams“. Der Untertitel lautet dementsprechend: „Live @ Kosmische Synth Nacht 2025.

 


Das Album ist bei Bandcamp als Download sowie in begrenzter Stückzahl als CDR erhältlich. Mir lag die CDR-Version vor, die in einem Jewelcase mit vierseitigem Booklet herausgekommen ist.

Auf Bandcamp gibt Michael dazu folgende Info: Als einer von drei Acts – die beiden anderen waren der Loop-Gitarrist Felix-Florian Tödtloff und der Kosmic-Drone-Musiker Sunhair – war das Publikum dieses Mal deutlich größer als bei den Veranstaltungen in Kunstgalerien, die wir zuvor (meistens) gespielt hatten. Und zur Abwechslung hatten wir eine richtige Bühne und einen Tontechniker!

Es war ein äußerst gelungener Abend mit großartiger Musik aller beteiligten Musiker und einem sehr aufgeschlossenen Publikum, und wir hatten das Gefühl, eines unserer bisher besten Live-Sets gespielt zu haben (das wie immer einen großen Anteil an Improvisation enthielt). Nur in der ersten Hälfte unseres dritten Stücks hatten wir ein wenig Mühe, richtig in den Flow zu kommen (aus diesem Grund ist es der einzige Teil dieser Live-Aufnahme, an dem wir für dieses Album ein oder zwei Dinge nachbearbeitet haben).

Vier Longtracks jenseits der 14-Minuten-Marke sowie als Bonus das mehr als 15minütige „Cosmic Jam“ finden sich auf dem Album. Die ersten vier Stücke sind mit „Open Stream 1“ bis "Open Stream 4“ betitelt.

„Open Stream 1“ beginnt mit der Ansage von Bridge To Imla, was den Livecharakter der Aufnahme unterstützt. Schnell setzen dann die Synthesizerklänge ein, die sich sehr atmosphärisch und spacig zeigen. Sanft und nur langsam verändernd, ziehen die Synthesizerklänge durch den Raum. Nach einigen Momenten kristallisieren sich dann sanfte Harmonien und eine Melodielinie heraus. Dies wird dann akzentuiert von Volker Lankows Percussion unterstützt. Sehr atmosphärisch setzt dann HaDi Schmidt seine Flöte ein, die diese sanfte Atmosphäre untermalt. Zum Ende hin nimmt dann die Dynamik und Rhythmik zu.

„Stream 2“ beginnt mit echohaften/hallenden Synthesizerklängen in die sich sanfte Harmoniebögen weben. Immer wieder werden akzentuiert Klänge mit eingeflochten bis dann nach einigen wenigen Minuten perlende Sounds aufkommen und sich die Percussion mit einbringt. Auch werden Sounds, die an ein Didgeridoo erinnern, hinzugefügt. Obwohl es rhythmischer wird, behält das Stück doch eine gewisse Lässigkeit.

Perlende Sequenzen eröffnen dann „Stream 3“, das dadurch wesentlich kraftvoller und flotter, als die beiden ersten Stücke wirkt. Volker fügt hier wieder akzentuiert gesetzte Percussion ein. Elektronische Gitarrenklänge bringen dann eine neue Klangnote ins Spiel. Ein schöner Track.

Ruhiger und atmosphärischer geht es dann zunächst in „Stream 4“ zu. Nach gut drei Minuten kommt dann aber ein Sequenzerrhythmus auf, der an Klaus Schulze erinnert. Auch die Percussion ist hier - zwar wieder dezent - druckvoll gesetzt. Darauf breitet sich dann eine Melodielinie aus. Dann ändert sich aber nach wenigen Momenten das Bild und es wird etwas experimenteller. Das klingt jetzt etwas unwirklich und sphärisch. Erst im letzten Viertel geht es dann wieder mit dem rhythmisch harmonischen Part weiter, der zuvor an Klaus Schulze erinnerte.

Im Bonustrack „Cosmic Jam“, der das Konzert abschloss, kamen dann noch Felix-Florian Tödtloff (Gitarre, Loops) und Sunhair (Synthesizer, Drones) mit hinzu. Herausgekommen ist eine sehr schöne Jam-Session mit viel Atmosphäre.

„Open Streams“ ist ein sehr schönes, atmosphärisches Album von Bridge To Imla. Das Trio zeigt sphärische Improvisationen die eine hypnotische Wirkung erzeugen. Schön, das dieser Konzertmitschnitt jetzt auch zu Hause genossen werden kann.

Stephan Schelle, Juli 2026

 
   

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