s475e - 12,21
 

s475e - 12,21
Eigenvertrieb www.generator.pl / Bandcamp (2026)

(8 Stücke, 37:37
Minuten Spielzeit)

Nach seiner EP „Next Stop Earth“ aus dem Jahr 2024 und drei weiteren Singles auf Bandcamp, bringt Darius Speier, der unter dem etwas merkwürdigen Projektnamen s475e seine Musik veröffentlicht im Mai 2026 sein Debütalbum heraus, das den Titel „12,21“ trägt. Mir lag zur Besprechung die CD vor, die in einem vierseitigen Papersleeve erschienen ist. Sieben der acht Stücke bewegen sich um die Vier-Minuten-Marke, „Floating In Space - Director’s Remix“ bringt es auf sechseinhalb Minuten Spielzeit.

 


Darius selbst beschreibt das Album auf Bandcamp wie folgt: Die Musik des Albums bewegt sich zwischen den Polen Ambient, Soundtrack und Elektronik und differenziert sich durch progressive Elemente. Die Musik stellt Klangbilder dar und erzählt Geschichten. Das Album fängt heiter an und wird im weiteren Verlauf immer dunkler. Und eigentlich sollte der letzte Track der erste sein, weil nach diesen Geschehnissen erst das Neue begonnen hat.

Das Album startet mit „Something Comes Into Being“. Nach zunächst mysteriösen Klängen kommen schnell ein Sequenzerrhythmus sowie eine eingängige Melodie mit Chören auf. Das hat etwas Erhabenes und erinnert ein wenig an Vangelis. Mit dem Drumrhythmus kommt zudem eine leicht rockige Note rein.

Mit „Sirius“ geht es dann ins Weltall. Durch die sanften, flächigen Harmonien und die Chöre bringt Darius die Hörer in einen Schwebezustand. Das wird von einigen Schlagzeugrhythmen unterbrochen, behält aber die spacige, schwerelose Atmosphäre.

Hallende Klänge und knarzende Synthies starten dann in den nächsten Track „Angels And The Movement Of Galaxies“. Das Stück wirkt unwirklich und mystisch mit hymnischen Chören.

„Wide Foggy Landscape“ besitzt schöne flächige Harmonien, die auf einem leicht wabernden Sounds gebettet sind. Ungefähr ab der Mitte ändert sich dann das Klangbild und es wird etwas düsterer und dynamischer. Man hat das Gefühl, das der Nebel nun dichter wird. Einige Schlagzeugpassagen fügt Darius hinein, die das Ganze etwas auflockern.

„Floating In Space - Director’s Remix“ ist mit sechseinhalb Minuten der Longtrack des Albums. Er beginnt flächig mit einigen Synthesizertupfern. Nach mehr als einer Minute setzt dann ein Schlagzeugrhythmus ein, der dem Stück eine etwas rockige Note verleiht. Dazu rauscht es durch die Boxen, während harmonische Motive eingebaut werden. Das wirkt jetzt auch wieder recht spacig. In der Mitte kommt dazu eine leichte Melodielinie auf. Für mich ist dieser Track neben dem Opener das Highlight des Albums, da es einen gewissen Spannungsbogen besitzt.

Es folgt „Sound Of Forgotten Realms“ mit seinen sanften Harmonien/Melodielinien und Schlagzeugrhythmik, das eine gewisse Spannung erzeugt. „State Of Mind After Midnight“ zieht dagegen gemächlich durch den Raum. Es endet dann mit dem über weite Strecken etwas skurril wirkenden „Memories Of Last Days“.

„12,21“ von s475e aka Darius Speier hinterlässt bei mir einen gemischten Eindruck. Die Stücke haben zwar einige Harmonien zu bieten, Melodien findet man aber eher selten. Sicherlich kann einiges als Soundtrack verwendet werden, bleibt aber nicht wirklich im Ohr hängen.

Stephan Schelle, Oktober 2026

 
   

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