Alastair Greene - Standing Out Loud
Ruf Records (2024)
(11 Stücke, 38:54 Minuten Spielzeit)

Der US-amerikanische Gitarrenvirtuose Alastair Greene hat in den letzten drei Jahrzehnten eine dynamische Solokarriere hingelegt und stets gleichzeitig an Projekten von namhaften Künstlern wie dem Grammy-Gewinner Alan Parsons und dem für den Grammy nominierten Soul-Blues-Sänger Sugaray Rayford mitgewirkt. Am 17.05.2024 erscheint sein elftes Solo-Album, das den Titel „Standing Out Loud“ trägt.


Das kraftvolle Bluesrockalbum erscheint in einem sechsseitigen Papersleeve und enthält elf Stücke mit Laufzeiten von 2:33 bis 5:52 Minuten Spielzeit. Eingespielt wurde das Album in zwei Studios mit unterschiedlichen Musikern. In Nashville (House Of Grease) standen Alastair Todd Bolden (Bass) und Adam Abrashoff (Schlagzeug, Percussion) zur Verfügung, während in Austin (Homegrown Studios) Mark Epstein (Bass) und Kevin Hall (Schlagzeug) zum Powertrio gehörten.

In Nashville hat JD Simo die Platte produziert und die Tracks in seinem eigenen House Of Grease Studio aufgenommen. „Ich wusste, dass JD auf Old-School-Sound steht. Ich wollte sehen, was wir gemeinsam zustande bringen können“, erklärt Greene. „Er brachte eine hervorragende Rhythmusgruppe mit, die einen wichtigen Beitrag zum Album geleistet hat. Wir haben in kurzer Zeit eine Menge geschafft und einige fantastische Momente eingefangen.“ Bei diesen Sessions verpackte Greene sein explosives E-Gitarrenspiel in kompakte, stramm aufgebaute Songs wie den treibenden Blues-Rock-Opener „You Can’t Fool Me“ und den Mid-Tempo-Rocker „Slow Burn“.

„Ich habe mich vor der Aufnahme intensiv mit der Musik der Rolling Stones und mit den frühen Tagen von ZZ Top beschäftigt“, erklärt Greene. „Ich wollte ein Album machen, das so klingt, als wäre es Anfang der 70er aufgenommen worden. Wenn man die Studioversion von „Little Wing“ von Jimi Hendrix mal genauer anschaut; sie ist zwei Minuten und fünfundzwanzig Sekunden lang!“ weist Greene darauf hin. „Das war etwas, das ich erreichen wollte. Ich möchte, dass die Songs für sich selbst sprechen.“

Und genau das ist Alastair Green auch gelungen, denn er kommt von Beginn an auf den Punkt. So ist der 2:33minütige Opener „You Can’t Fool Me“ eine kraftvolle Bluesrocknummer, die auch von Jimi Hendrix stammen könnte. Das Trio verbreitet hier eine ungeheure Energie.

Dem folgt dann die Midtempo-Nummer „Slow Burn“ mit seinem hypnotischen Groove. Einen klasse Bassgroove besitzt „Only Do“. Hier kommen dann auch Erinnerungen an Bands wie ZZ Top auf. Mit „In Trouble“ gibt es dann noch eine straighte Midtempo-Nummer. „The Last To Cry“ verbreitet dann auch noch ein leichtes JJ Cale-Feeling, in dem eine Slidegitarre eingesetzt wird.

Kraftvolles Schlagwerk und Gitarren treiben den Song „Am I To Blame?“ mit Boogierockeinschlag nach vorn. „Rusty Dagger“ ist ein Slowblues mit herrlichem Gitarrensolo und mit dem „Bullfrog Blues“ endet das Album dann noch mit Rock’n’Roll-Einschlag.

„Standing Out Loud“ ist ein klasse Bluesrockalbum des US-amerikanischen Musikers Alastair Greene. Man merkt nicht, dass Green sich bei den Songs zwei unterschiedlicher Rhythmusgruppen bedient hat. Das ganze Album wirkt wie aus einem Guss und verströmt eine Menge Power. Ein klasse Werk.

Stephan Schelle, Mai 2024

   

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