Lucifer Was – Ein Fix Ferdig Mann
Apollon Records (2024)

(9 Stücke, 43:39 Minuten Spielzeit)

Lucifer Was ist eine norwegische Band, die am 15.03.2024 ihr achtes Album mit dem Titel „Ein Fix Ferdig Mann“ veröffentlichte. Darauf singen sie in ihrer Landessprache, was beim ersten Hördurchgang etwas gewöhnungsbedürftig ist, dann aber seinen Reiz entfaltet. Lucifer Was wurde 1970 in Oslo gegründet und war eine kraftvolle, psychedelische Hard-Rock/Hard-Prog-Band, die bis 1975 bestand. Bis dahin hatten sie noch kein Album veröffentlicht. Erst seit den 90’er Jahren sind sie wieder aktiv.


Diese norwegische Band aus den frühen 70er Jahren spielte jahrelang zusammen, ohne jemals ein Album zu veröffentlichen; das heißt, bis das Label Record Heaven in den späten 90er Jahren von ihnen hörte und sie davon überzeugte, die Songs, die sie damals live gespielt hatten, neu aufzunehmen. Jetzt können wir uns an einer Sammlung von hochenergetischem, rauem und aggressivem 70er-Jahre-Power-Rock erfreuen, aufgenommen mit makelloser moderner Technologie. Das Material der Band erinnert an Black Sabbath, Uriah Heep, die frühen Scorpions und Jethro Tull, wenn auch ein sehr manisches Tull, bei dem die Flöten wild mit den stampfenden Gitarren kämpfen.

Die Stammmannschaft, die das Album eingespielt hat, besteht aus Jon Ruder (Gesang), Thore Engen (Gitarre), Andreas Sjo Engen, Mitglied der Band Pymlico (Gitarre, Backgroundgesang), Arne Martinussen (Orgel, Piano), Bjørn Malmåsen (Bass) und Arild Brøter (Schlagzeug).

Mit „Ein Fix Fertig Mann“ hat die norwegische Band Lucifer Was ein hochenergetisches Werk eingespielt, das den Spirit des 70’er Hardrock in die heutige Zeit transformiert. Erstmals in ihrer Heimatsprache singen die Norweger auf dem neuen Album „Ein Fix Ferdig Mann“.

Leicht proggig und symphonisch beginnt der Eröffnungstrack „Frå Fyrste Dag“. Nach einer Minute kommt dann aber, sobald der Gesang einsetzt, eine Mischung aus sanftem Rock, nordischem Folk und bluesigen Tupfern auf. Das hat seinen ganz eigenen Reiz.

Danach kommt das 3:09minütige Titelstück. Während die Orgelsounds für einen leichten Retrotouch sorgen, wechselt der Song nun in proggige Gefilde.

Einen theatralischen (nach symphonischer Theatermusik klingenden) Beginn besitzt das 6:05minütige „Krig I Opne Landskap“. Nach einer Minute wechselt es dann wieder in Prog, der hier auch eine gewisse Nähe zu italienischen Progbands besitzt.

Eine sehr eingängige Melodieführung besitzt das 5:12minütige „El Gåte“. Weiblichen Gesang gibt es dann im 2:48minütigen „Når Natta Kjem Og Tek Meg“, das auch von herrlichen Mellotronsounds durchzogen ist. Etwas aus der Rolle fällt „Snømann I Sol“, das recht schlagerhafte Züge aufweist.

„Ein Fix Fertig Mann“ der norwegischen Band Lucifer Was bietet melodischen Prog, der ein ums andere Mal an die italienischen Vertreter des Progrock erinnert. Die Songs haben aber - auch durch den Gesang auf Norwegisch - ein ganz eigenes Flair.

Stephan Schelle, Mai 2024

   

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