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Major
Parkinson – Valesa – Chapter II: Viva The Apocalypse! Nach dem ersten Kapitel von „Valesa“ aus dem Jahr 2022 veröffentlicht die norwegische Avantgarde-Pop-Gruppe Major Parkinson am 13.03.2026 den Nachfolger unter dem Titel „Valesa – Chapter II: Viva The Apocalypse!“. Der Kern der Band besteht aus Jon Ivar Kollbotn (Lead-Gesang, additional Keyboards), Lars Christian Bjørknes (Keyboards, Backgroundgesang, Percussion), Eivind Gammersvik (Bass, additional Keyboards, Percussion, Sounddesign), Sondre Veland (Schlagzeug, Percussion) und Øystein Bech-Eriksen (Gitarren). Daneben wirkten noch zahlreiche Gastmusiker an der Produktion mit. |
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Die erste Hälfte sonnt sich im grotesken Glamour der Promi-Kultur, der unheiligen Verbindung von Ehrgeiz und Spektakel – einer selbstbewussten Darstellung von Popmusik, die in bisher unbekannte Formen verdreht wurde. Dann, irgendwo zwischen einer psychedelischen Wüstenfata Morgana und dem Geist von Timothy Leary, der kosmische Rätsel flüstert, bricht der Boden weg. Die Platte zerbricht in einem fieberhaften Abstieg: eine Fahrt in die Hölle in einer Limousine, ein Komet, der in Zeitlupe fällt, ein letzter Akt, aufgeführt in einem einstürzenden Theater. Das Album startet mit dem nur knapp über eine Minute laufenden „Elevator Pitch“. Die Melodie klingt wie aus einiger Entfernung gespielt. Dann hört man ein Klopfen an einer Tür, die sich danach öffnet. Man hat nun das Gefühl in einem Fahrstuhl zu fahren und kommt dann im ersten richtigen Song „Showbiz“ an. Jetzt ist der Sound auch voluminös. In die ersten Keyboardsounds mischen sich nun Klänge die sich anhören wie Zuschauer bei einem Konzert. Nach gut einer Minute startet dann treibendes Schlagwerk und Gesang. Letzterer mit etwas Hall. Sobald die Gitarren mit einsteigen wird es progig mit einer Spur Hardrock. Das ist perfekt gemacht. Ein Song, der vom ersten Moment an fesselt. Auch der nächste Song „Superdad“ erweckt durch eine in den Hintergrund gelegte Geräuschkulisse den Eindruck, als wäre die Aufnahme bei einem Konzert mitgeschnitten worden. Dieser Song zeigt sich nun aber von einer anderen Seite, als der Erste. Jetzt kommen flirrende Keyboards und Bläsersätze auf. Das wirkt wie eine Mischung aus Funk, Soul, Rock und Jazz. Ein ungewöhnlicher Song der aber eine gewisse Faszination verströmt. Bläsersounds sind dann auch zunächst im folgenden Song „Father Superior“ zu hören. Hier kommen nun neben Rock auch Musical-Elemente mit auf (erinnert mich ein wenig an das Musical „Hair“). Im Titelstück kombiniert die Band dann Hardrock, Prog und Musical. Auch hier sorgen die Bläsersätze für das gewisse Etwas. Das Ganze ist aber auch eine wilde Mischung. Jazzrockig mit teils wilden Passagen zeigt sich das Stück „Karma Supernova“, das im Mittelteil einen markanten Basspart bereithält. Zum Ende hin kommt gar ein wilder Ritt mit einem Discorhythmus zum Tragen. Das letzte Stück „Kiss Me Now!“ mit weiblichem Gesang bietet dann gar Popappeal. Das ist wohl der eingängigste Song, der dabei auch aus dem Rahmen fällt. Das Teil geht aber recht gut ins Ohr. „Valesa Chaper II: Viva The Apocalypse“ von Laughing Stock ist ein abwechslungsreiches und hochgradig spannendes Album, in die dem Norweger verschiedenen Stilrichtungen miteinander verbinden. Stephan Schelle, April 2026 |
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